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Aktionstag "25 Jahre Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" - Abgesagt!

Ergänzung vom 11.03.2020:

Liebe Netzwerkschulen,

nach heutigem Stand und in Anlehnung an die aktuelle Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums sagen wir den Aktionstag 17. März 2020 ab. Diese Entscheidung gründet sich zudem auf die Einschätzung durch die Landeskoordination und die Unternehmensleitung des verantwortenden Trägers, des Kolping Bildungswerks. Ob und, wenn ja, in welcher Form die Schulen diesen Tag gestalten, liegt im Ermessen der Netzwerkschulen. Ob dieser Aktionstag nachgeholt wird und, falls ja, zu welchem Zeitpunkt, kann aktuell noch nicht entschieden werden. Bei allen aktiven Schulen möchten wir uns für deren Verbindlichkeit und auch für das Verständnis für unsere heutige Entscheidung bedanken. Wir hoffen, dass sich ein Umgang mit den Gefahren durch das Coronavirus finden lässt.

Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Die Landeskoordination

» Artikel der Stuttgarter Nachrichten zum Thema "Verbot von Großveranstaltungen": Hier lesen

» Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums: PDF herunterladen

 

Der Aktionstag zum 25-jährigen Bestehen des Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ findet in Baden-Württemberg am 17. März in Stuttgart statt.

Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Auswärtigen Heiko Maas. Dieser landesweite Aktionstag für alle Netzwerkschulen wird analog in zehn Städten von dortigen sowie umliegenden Schulen mit etwa 16.000 prognostizierten Teilnehmenden veranstaltet. Auf dem Stuttgarter Schlossplatz ist ab 11:30 Uhr der zentrale Festakt geplant; hier allein werden 4.000 Teilnehmende erwartet. Frau Landtagspräsidentin Muhterem Aras, seit einigen Jahren auch Schulpatin des Projektes an der Max- Eyth-Schule, wird zum Start des Aktionstages ein Grußwort sprechen. Herr Sozial- und Integrationsminister Manfred Lucha, Frau Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung und Frau Prof. Barbara Traub, Vorstandsvorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) sowie Herr Felix Steinbrenner seitens der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg sind die weiteren Rednerinnen und Redner. Auch die Landeszentrale für politische Bildung und Sozial- und Integrationsminister Manfred Lucha sind dem Projekt in ihrer Funktion als Projektförderer eng verbunden. Auf der Bühne werden als Schulpat*innen auch das Popduo „Parallel“ und Vertreter der Basketball Profimannschaft „MHP Riesen“ erwartet. Das Kolping Bildungswerk, projektverantwortlicher Träger in Baden-Württemberg, wird hier vertreten durch seine Unternehmensleitung. 

 

Der Bundesminister des Auswärtigen Heiko Maas unterstützt diesen Tag mit folgenden Worten:

„Der allerbeste Nährboden für Hass und Intoleranz ist und bleibt die Gleichgültigkeit. Deshalb hilft nur eins, nicht nur bei diesem Thema, aber bei diesem Thema vielleicht ganz besonders: Gerade jetzt den Mund aufzumachen und gegenzuhalten! Wir, die wir uns für Toleranz und Miteinander einsetzen – wir sind die überwältigende Mehrheit, nicht nur in Deutschland, sondern auf diesem Kontinent“.

Ebenso benennt Frau Landtagspräsidentin Muhterem Aras die aktuelle Relevanz des Projektes: 

„Schulen ohne Rassismus - Schulen mit Courage“ sind vor allem Schulen, an denen Kinder und Jugendliche sie selbst sein können. Vielfalt zu akzeptieren – davon profitieren wir alle. In unserer Gesellschaft wird jede und jeder früher oder später auf Situationen treffen, in denen sie oder er nicht zur Mehrheit einer Gruppe gehört. Umso wichtiger sind Schulen, die verinnerlichen und vermitteln: Es ist normal, anders zu sein. 

Schule ohne Rassismus heißt zu lernen, mit Vielfalt umzugehen. Es heißt, verschiedene Perspektiven zu nutzen, um gemeinsame Ziele besser zu erreichen. „Schule mit Courage“ ist damit im besten Sinne eine Schule fürs Leben.“

Gleichermaßen unterstützend mit Blick auf den 17. März erreichte uns folgendes Statement des Sozial- und Integrationsministers Manfred Lucha

„In Zeiten des wachsenden Rechtspopulismus und von Hass und Hetze in den sozialen Netzwerken ist ein Projekt wie ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ wichtiger denn je. Es ist ein deutliches Zeichen, wenn sich gerade junge Menschen klar zu Respekt, Solidarität und Demokratie bekennen. Auf vielfältige Art und Weise zeigen Schülerinnen und Schüler seit nunmehr 25 Jahren, dass Mobbing,  Intoleranz und Ausgrenzung an ihrer Schule keinen Platz haben. Ich freue mich deshalb, wenn dieses bedeutende Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt auch in den kommenden Jahren erfolgreich fortgeführt wird.“

Die Landeskoordination Baden-Württemberg sieht sich mit Blick auf das Jubiläum perspektivisch in der Verantwortung, ihre Netzwerkschulen hinsichtlich der Thematik des Rassismus und daran gebunden gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im weiteren Sinne zu sensibilisieren. Sie  betrachtet die Unterstützung durch die Politik als Auftrag, alternative Denk- und Handlungsräume an den Schulen zu ermöglichen und vor dem Hintergrund eines heutigen Demokratieverständnisses dem Grundwert der Gleichwertigkeit im Sinne einer gelebten Vielfalt Raum zu geben.

Die Historie des Projektes geht auf das Jahr 1995 zurück. Seinerzeit bereitete Aktion Courage e.V., der Trägerverein des Projektes, den Start von Schule ohne Rassismus, so der ursprüngliche Name, in Deutschland organisatorisch vor. Am offiziellen Starttermin des Projektes, dem 25. August 1995, präsentierte Cem Özdemir, seinerzeit Vorsitzender des Trägervereins, das Projekt gemeinsam mit Ignatz Bubis, dem damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, offiziell in der Bundespressekonferenz in Bonn. Im Gründungsjahr 1995 traten dem Courage-Netzwerk fünf Schulen bei. Die erste Netzwerkschule in Baden-Württemberg war das Institut Dr. Flad, welches den Titel am 11. Juni 1996 erwarb.

Aktuell ist „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ Deutschlands größtes Schüler*nnen-Netzwerk. Es umfasst bundesweit über 3.000 und in Baden-Württemberg 260 Netzwerkschulen, welche den Titel durch die Bundeskoordination „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zugesprochen bekamen.